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Hans-Diedrich Kreft, Dassendorf, 1.5.2005

Guten Tag

Auch das Menschliche darf nicht zu kurz kommen und so möchte ich hier einige Angaben zur Person machen (siehe auch vita). Zunächst das ganz Private: Ich bin seit 1996 verheiratet, habe mit meiner Frau Moni 2 Kinder Merle (8 Jahre) und Ella 2 1/2. So bin ich also recht glücklicher Familienvater, nachdem ich viele Jahre zuvor das Glück eines Junggesellen auf vielfache Weise durchleben durfte. Man sagt, ich sei sehr gesellig, könne gut feiern, sehr viel essen und noch mehr trinken. Nur beim Diskutieren müsse man aufpassen, ich könne kein Ende finden. Unzweifelhaft bin ich ein Arbeitstier. Wenn ich mich in eine Sache hineingearbeitet habe, kann der Tag mit 16 Arbeitsstunden gar nicht lang genug sein. Ganz sicher kommt die Familie ein bisschen zu kurz. Da ich seit vielen Jahen von zu Hause aus arbeite, versuche ich mich immer mal wieder "frei zu schaufeln" und etwas mit der Familie zu unternehmen.  

Den größten Teil meines Lebens war ich Unternehmer. Erste unternehmerische Sporen verdiente ich mir schon als Student in den 60gern. In den 70gern hatte ich schon vielfache Erfindungen gemacht, die in Firmen genutzt wurden.

Besonders habe ich mit Erfindungen dazu beigetragen, dass Karten kontaktfrei genutzt werden können. Diese Karten werden in die Nähe eines Gerätes gehalten und schon kann man in einen Bus einsteigen oder durch eine Parkhausschranke fahren oder es öffnet sich eine Tür etc. Solche Karten sind als CombiCard oder Dual-Interface-Card bekannt geworden. Aber auch elektronische Haustürschlüssel ("Ikotron") und elektronische Sicherheitsschlüssel für Autos zählen zu meinen patentierten Erfindungen. Das elektronische Längenmesssystem "POMUX" ist ein weiteres Beispiel für meine Aktivitäten als Erfinder. Für meine Erfindungen habe ich verschiedene Preise und Auszeichnungen erhalten. Lizenzen sind an namhafte Firmen vergeben, erfolgreiche Produkte sind auf der Grundlage der Patente im Einsatz. Zu diesem Thema werde ich hier nicht weiter informieren. Wer Näheres zu diesen Aktivitäten erfahren will, sendet eine Mail an: office@visionpatents.com.

Das ging so bis zum Mauerfall 1989. Ich gründete und förderte den Verein "Freie Wahlen DDR" und engagierte mich in der Bürgerbewegung der zusammenbrechenden DDR. Ich sah als Unternehmer mit wachen Augen, dass der Nachfrageboom von 17 Millionen Menschen in wenigen Jahren vorüber sein würde und der Katzenjammer kommen musste. Ich machte meinen vielfachen damaligen Mitstreitern in der Bürgerbewegung klar: Wir haben in Marktwirtschaften ein Problem, das ist die Arbeitslosigkeit und das Problem wird nicht geringer. Das größere, vereinte Deutschland braucht einen neuen Impuls, um dies Problem zu lösen. Wir traten damals an unter dem Stichwort: Arbeit gleich Bildung. Damit war gemeint, zur bezahlten Arbeit muss es in modernen Gesellschaften eine Alternative geben, die bezahlte Bildungsleistung. Bildungsleistung ist ebenso eine menschliche und  für Gesellschaften wichtige Leistung, wie es Arbeitsleistung ist.

Meine damalige, in der DDR aufgewachsene Sekretärin, Kerstin Jentzsch hat viel von meinem Einsatz für die Bürgerbewegung in dem Roman „Seit die Götter ratlos sind“, ISBN 3-359-00728-X verarbeitet. Erst viel später, so um 2001 habe ich davon erfahren und mich in dem Buch als westdeutschen Geschäftsmann Matthias Vogt wiedererkannt. So hat Kerstin festgehalten, was ich damals - mehr intuitiv als wissenschaftlich unterlegt – versuchte, zu erreichen.

Doch es kam anders. Die ehemaligen DDR-Bürger entschieden sich mit ihrer Wahl eindeutig zugunsten der ihnen bekannten, gesellschaftlichen Verhältnisse. Das Problem der Arbeitslosigkeit war weiterhin ungelöst und verstärkte sich wie vorausgesagt. Vor diesem Hintergrund verkaufte ich einen großen Teil meiner Firmen und Patente und leistete es mir, von ca. 1991 ab nach dem "Webfehler" der ökonomischen Theorien zu suchen. Es wurden ja viele theoretischen Ansätze seit den ersten großen Wirtschaftskrisen 1928 ausprobiert. So habe ich mich durch tausende von Buchseiten gewühlt, bis ich erkannte, zu jeder ökonomischen Theorie gibt es eine entgegengesetzte. Keine kann das Problem Massenarbeitslosigkeit widerspruchsfrei erklären und keine gibt eine saubere Lösung des Problems an. 

Mir war schon in den 70ern in einem erweiterten Unistudium (Volkswirtschaft, Betriebswirtschaft, Informatik) ein Mangel der ökonomischen Theorien aufgefallen. Es fehlte ihnen sämtlich ein Maß für die Ursache des ökonomischen Erfolges, ein Maß für das Wissen der Menschen. So begab ich mich als Naturwissenschaftler auf die Suche. Es hat dann genau bis zum 27. Dez. 1998 gedauert, dann hatte ich Wissensfunktionen als Träger von Wissenseigenschaften entdeckt. Nun konnte ich nachrechnen, warum es in Marktwirtschaften das Problem Arbeitslosigkeit gibt: Während unser ökonomisch angewandtes Wissen (applikatives Wissen) laufend entlohnt wird, sich im hartem, internationalen Wettbewerb durchsetzen muss, sich damit auf höchstem Niveau einpendeln muss, fehlt ein vergleichbarer Mechanismus für unsere Fortbildung, den Neuerwerb von Wissen. 

Unserem Bildungssystem ist es verwehrt, herausragende Bildungsleistung zu belohnen. Gäbe es für jeden Menschen als Alternative zur Arbeit die Möglichkeit, der bezahlten Leistungserbringung von Bildungsleistung, wäre dem Problem abzuhelfen. Es stellt also nicht die Marktwirtschaft das Problem dar sondern die Gesellschaft, die Bildung wie ein kostenloses Geschenk der Menschen ansieht.

Während ich die Entdeckungen vorwiegend auf Volkswirtschaften anzuwenden gedachte, kamen einige Fachleute aus dem betriebswirtschaftlichen Bereich auf mich zu und fragten nach den Möglichkeiten der Anwendung der Entdeckungen auf betrieblicher Ebene. Die ersten Versuche, Anwendungen waren so erfolgreich, dass die Sache schnell ein Eigenleben aufnahm. So wird heute die Humatics (das ist eine von mir gewünschte Namenszusammensetzung aus Humanismus und Mathematik) vorwiegend unter dem Aspekt der Anwendung in Firmen gesehen.

Hans-Diedrich Kreft